Dezember 2015

Die drei Münchner SI-Clubs unterstützen gemeinsam ein Dorf in Nepal

Bericht von Christa Drigalla, die die Spenden vor Ort sinnvoll einsetzt

 

Die  Nepal-Hilfe ist angekommen

 

Nepal nach dem Erdbeben. Auf den ersten Blick sind die Schäden gar nicht mehr zu erkennen, aber bei genauerem Hinsehen kommt man in der Stadt an den Lagern nicht vorbei. Hier leben immer noch viele Hunderte unter einfachsten Bedingungen in Zelten.

 

Im Dorf Dhadagoun sind alle Bauernhäuser durch das Erdbeben zerstört und unbewohnbar. Durch schnelle Hilfe konnten zahlreiche Wellblech-Hütten aufgestellt werden, in denen die Familien während der Regenzeit zumindest geschützt waren. Aber solche Hütten sind immer nur eine vorübergehende Lösung, der Wiederaufbau muss vorangetrieben werden. Inzwischen ist es ziemlich kalt, und ich konnte 175 warme Decken besorgen und verteilen. Auch 500 Packungen Zusatznahrung wurden verteilt, um besonders Kindern und alten Menschen eine kleine „Kraftspritze“ zu geben und die Abwehrkräfte zu steigern. Für die Familien wurden tragbare Öfen vor Ort gefertigt und in oder vor den Blech-Hütten aufgestellt. Auch Material für Toiletten konnte verteilt werden, damit die Menschen ihre „Häuschen“ wieder selbst aufbauen können.

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Derzeit ist die Lage in Nepal, zusätzlich zu den Folgen des Erdbebens, sehr schwierig. Nach der Verabschiedung der neuen Verfassung im September dieses Jahres entwickelte sich ein Protest einiger Volksgruppen aus dem Süden (Terei) des Landes. Diese Proteste endeten in Straßenschlachten und Angriffen auf Regierungseinrichtungen. Es gab Tote und Verletzte, besonders in den grenznahen Städten. Daraufhin verboten di

e indischen Verantwortlichen den Transport von jeglichen Gütern nach Nepal auf dem Landweg, weil sie um die Sicherheit ihrer Fahrer und Güter fürchteten. Diese Situation, eine inoffizielle Blockade, besteht seit September, und da Nepal zu mehr als 80% von Importen aus Indien abhängt, ist die Lage inzwischen dramatisch. Besonders bei Treibstoffen (Diesel Benzin und Gas zum Kochen) entwickelt sich die Situation sehr negativ. Man kocht auf offenem Feuer, auch in der Stadt. Schulen und Universitäten müssen den Unterricht einstellen, weil die Zubringerbusse nicht mehr fahren können. Der öffentliche Transport ist maximal reduziert und Busse und Tempos sind gefährlich überladen. Es gibt auch Verknappung bei Medikamenten, Infusionen und medizinischem Sauerstoff. Der gesamte Wiederaufbau ist massiv gestört, weil alles Baumaterial aus Indien geliefert werden muss, aber zurzeit nicht ankommt. Eine sehr schwierige Situation, die zu meistern in jeder Familie im Vordergrund steht. Man lebt von Tag zu Tag und hofft auf eine baldige Entspannung.

Danke an die SI-Clubs aus München für die großzügige Unterstützung des Dorfes Dhadagoun. Die Hilfe ist direkt angekommen. Gibt es einen schöneren Dank als die lachenden Gesichter der Frauen und Kinder im Dorf, wenn sie ihre warmen Decken nach Hause tragen.

 


 

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